Verfasst von: Marcel | April 21, 2011

Tag 2 des Doppelpacks

Dann werde ich mal die Mittagspause nutzen um noch eben den 2. Teil zu dokumentieren.

Alles begann mit sehr schweren Knochen am Morgen. ich brauchte erst mal einige Zeit um überhaupt die steile Treppe bei meinen Eltern zu Hause runter zu kommen. Ich glaube ich werde alt. 😉 Na gut, der Tag davor hatte offensichtlich doch so seinen Tribut gezollt und ich muss nun sehen wie ich mit den recht festen Waden vom ungewohnten langsamen laufen wieder zurecht komme. Die Achillessehne zwickt ein bißchen, aber das ist nichts ungewöhnliches so früh am Morgen bei mir.

Also, alles nicht so ernst nehmen ist ohnehin seit einiger Zeit meine Devise, und so mache ich mich zusammen mit einem Nachbarn aus früheren Jahren und seinen Eltern die mich bereitwillig mitnahmen und dann auch auf mich warteten, da ihr Sohn den halben Marathon und ich den ganzen lief auf den Weg nach Burg im Spreewald, wo der Wettkampf starten sollte.

Angekommen, traf ich erst mal auf mehr als dreifach so viele Menschen wie in Lübbenau am Tag zuvor und sah, dass die Skater gerade fertig waren und sich die ersten Läufer auch schon warm machten. Also schnell umziehen und Gepäck verstauen und dann auf die Suche nach meinem heutigen motivator machen der noch nichts von seinem Glück wusste, da er der Meinung war, dass ohnehin langsamer als ich sein würde. Da hatte er sich aber getäuscht, denn ich hatte ja auch schon ein bißchen was gemacht am Tag zuvor. Als wir uns gefunden hatten war das Tara erst mal groß und wir begrüßten uns alle recht herzlich und freuten uns, uns mal wieder zu sehen und einen Tag miteinander verbringen zu dürfen. Nach wenigen Minuten machten wir uns auf zum Start und reihten uns in den gigantischen Klops an Läufern ein und verschm,olzen zu einer einzigen homogenen Masse wie mir schien. alles war am schnattern… Wie in der Schule dachte ich noch so bei mir, und dann war es auch schon so weit, es ging los.

Die ersten Kilometer waren änlich wie am Tag zuvor, und wir mussten uns erst einmal freilaufen. Doch das war leichter gesagt als getahn. meine Waden rebellierten von Beginn an und ich machte mir ein wenig Sorgen. Aber erst mal abwarten. hatte ich doch am Tag zuvor von positiven Gedanken gelabert und zweifelte nun schon am Anfang an mir selber… Nö… kommt nicht in die Tüte. 😀

Nach zwei, drei km ging es dann auch besser und wir liefen erstaunlicherweise auch wieder einen 5er Schnitt welcher mir aber deutlich schneller vorkam als am Tage zuvor. Sollte es dann doch daran gelegen haben, dass die Markierungen am Anfang beim Lauf am Tag zuvor einfach nur nach dem guten alten Schrittesysthem hingestellt worden waren und wir nun genaue Angaben hatten auf die wir uns auch verlassen konnten?! Sah jedenfals ganz danach aus.

Heute war mir das Tempo von Begin an ein wenig zu schnell, aber ich lief einfach mal mit, wollte ich doch auch testen was eine solche Belastung mit mir so alles anstellt. Nach zehn km waren wir mit knapp 52 min gut in der Zeit. Constantin wollte eine Zeit um die 3:40 laufen und da habe ich ja schließlich auch eingewilligt mich festzubeißen so gut ich eben kann.

Es lief alles im warsten Sinne des Wortes sehr rund. und das Tempo machte mir schon bald nichts mehr aus. Nach der HM Marke war ich immer noch guter Dinge, wenn auch die Beine nun schon langsam aber sicher ein wenig schwerer wurden. Doch dann kam es wie es kommen musste… Hatte ich die ganze Zeit seit der Harzquerung keine Probleme mit Krämpfen gehabt sollte sich das am heutigen Tage wiedermal schlagartig ändern. Die rechte Wade fing an zu mucken. da ein Krampf ja nicht mal eben einfach so da ist sonder er sich über eine gewisse Zeit hinweg ankündigt wusste ich, dass ich zwar noch einige km so laufen könne, ich mir aber sicher sein kann, dass es mir irgendwann auf die Füße fällt und ich richtige Schwierigkeiten bekommen würde. Ich machte mir nun Gedanken darüber wo das Problem lag und hatte auch bald eine Lösung gefunden. Da ich ja in den letzten Monaten fast nie auf Asphalt unterwegs war, sondern immer wenn es ging im Wald und auf Feldwegen lief, war ich diese harte Untergrundbelastung wohl einfach nicht mehr gewohnt.

Bei km 25 machte ich Constantin erst mal vorsichtig drauf aufmerksam, dass was nicht so ganz in Ordnung sei und ich in den Waden und langsam auch in den Oberschenkeln Probleme bekomme. Er nam sofort Tempo raus, und passte sich mir an womit ich nun wirklich nicht gerechnet habe.es ging also „langsam“ weiter.  Doch da ich die Zeiten die ganze Zeit kontrollierte merkte ich schnell, dass wir bald wieder in den alten Schritt verfallen sind und uns immer noch bei ca 5:20 aufhielten. Der eine Kilometer mal schneller, der nächsten dann wieder ein wenig langsamer. ab km 32 war es dann so weit, ich hangelte mich unter echten Schmerzen von km zu km und dachte nicht im Traum daran auch nur rumm zu jammern. Das einzige was ich mal versuchte, war Constantin weg zu schicken um ihm nicht vollkommen die Zeit zu versauen die er plante. Aber da der Versuch eher halbherzig war wurde er von Ihm standhaft ignoriert, und mit den Worten “ Das bringen wir hier zusammen zu Ende. Nur unter 4 Stunden müssen wir bleiben“ 3:59h war seine schlechteste Marathonzeit und die wollte er wirklich nicht toppen.

Also biss ich die Zähne zusammen und zählte nun km um km und erstaunlicherweise lief es gar nicht so schlecht wenn ich bedenke, dass ich in beiden Beinen nun durchaus regelrechte Krampfschläge bekam. Aber sie wollten sich nicht so richtig festsetzen, als wüssten meine Beine, dass ich ohnehin nicht aufhöre bis das Ding im Kasten ist. Ich musste über mich selbst lachen als ich daran dachte das ich Jammerlappen in einigen Wochen 72 km über den Rennsteig laufen will und hier beim flachsten Marathon der Welt mit Krämpfen am Rande des Abgrundes stehe.

Auf den letzten km musste ich Constantin immer wieder ein bißchen bremsen, da er nun nur noch vom Adrenalin gepeitscht ins Ziel wollte.  Nach einer letzten Schleife war es dann so weit, wir waren in der Nähe des Ziels. Ein Blick auf die Uhr brachte mich fast zum weinen. Nein, nicht aus Enttäuschung, sondern vor Freude. wenn wir jettzt nicht mehr kriechen wird es eine Zeit um die 3:45 werden.

Auf der Zielgeraden setzte noch mal jemand an uns zu überholen, was ich mir nie im Leben kapflos gefallen lassen würde. Also blickte ich zu Ihm rüber und schüttelte mit dem Kopf. Er erwiederte es mit einem Nicken und ein Steigerungslauf über ca 50 Meter der in einem epischen Sprint der meinerseits von einem schallenden Kraftschrei begleitet wurde entbrannte. in einem unvergleichlichen Fotofinish stürzten wir beide über die Ziellienie.

Ich zog hierbei zwar den Kürzeren, was mir anhand der Zeiten jedoch vollkommen gleich war. Der Bessere hatte gesiegt, und der war am heutigen Tag nun mal nicht Ich.

Hier Nun mal die Zeiten von meinem Kontrahenten und mir

Er: 03:46:05,917

Ich: 03:46:05,927

Wenn das nicht Geil ist, dann weiß ich ja auch nicht. Leider ist Constantin an dieser Stelle ein wenig auf der Strecke geblieben und machte diesen Spass nicht mehr mit. Dazu muss man auch eine kleine Meise haben, mit seit mehr als 15 km kramfenden beinen einen solchen schlusssprint hinzulegen. Hätte ich dann einen Krampf bekommen wäre ich vieleicht sogar noch rollender Weise vor Ihm im Ziel gewesen 😀

Leider sind von diesem Event noch keine Bilder vorhanden, wenn sie jedoch online sind werde ich sie mir als Datei bestellen und hier einige von Ihnen posten.

Im Zielbereich jagten mich dann noch die Krämpfe, und ich sackte doch noch das ein oder andere Mal zusammen. Am Nachmittag sollte es dann noch in die Spreewelten gehen. Meine Eletrn luden mich auf einen Saunanachmittag ein welcher mir richtig gut tat. Danke an dieser Stelle dafür.

So, nun ist es vollbracht, und meine Probleme hielten sich bis gestern so weit in granzen, dass ich nicht einmal Muskelkater hatte. Sicherlich nicht zuletzt wegen der Sauna. Aber dann am Dienstag musste ich ja unbedingt batminton spielen was mir nun einen barbarischen Muskelkater im Arsch beschert und mich diese Woche bis heute Lahm gelegt hat. Ich hoffe dass ich morgen mal laufen gehen kann, denn ich sehe langsam die Zeit schwinden, und für den Rennsteig bin ich noch lange nicht fit.

Aber mal sehen. Nun wünsche ich euch allen erst mal frohe Feiertage und viele schöne Stunden bei dem tollen Wetter.

Euer Marcel

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Responses

  1. Glückwunsch, Marcel, alles gut gegangen, sogar zu deiner vollsten Zufriedenheit, das ist sicherlich ein gutes Omen für die kommenden Monate.

    Erhol dich gut, hau nicht gleich wieder drauf, der Körper braucht Erholung.

    Frohe Ostern ! 8)

    • Danke, liebe Margitta,
      jaich bin so weit zufrieden. Nun muss ich sehen, dass ich die verbleibende Zeit bis zum Rennsteiglauf noch nutzen kann um ein wenig an meiner Kondition zu arbeiten. Mit der Ausdauer bin ich noch nicht so ganz zufrieden.
      Bin mal gespannt was die kommenden Tage so bringen werden.
      Habe die letzte Woche nur zwei Läufe gemacht. einen über 25 und einen über 35 km.
      ich denke, dass ich diese Woche noch mal eine Längere Belastung einbauen werde, und dann werden wir sehen wo es hinführt.
      Alles Gute
      Marcel

  2. Für den Rennsteig nicht fit-ts, das ich nicht lache! Also wer ein solches Wochenende absolvieren kann und noch dazu eine solche Marathonzeit hinlegt, der braucht sich um den Rennsteig nun wirklich keine Gedanken machen!

    Dir noch einen schönen Ostermontag,
    Steffen

  3. Ja Steffen, die Zeit ist zwar so weit ganz in Ordnung, allerdings bin ich auf dem Zahnfleisch gekrochen. Und da war nicht ein Hügelchen auf der ganzen Strecke.
    Diesbezüglich ist es sicherlich nicht verkehrt an die kommenden Wochen nicht zu blauäugig ranzugehen. Ich werde sehen was ich machen kann.
    Alles Gute
    Marcel

  4. Glückwunsch zum Doppelpack, Marcel!
    Das hier war der erste Anflug von „Ich kann das schaffen.“. Es wird ziemlich wahrscheinlich noch mindestens einen Lauf geben, bei dem Du wahrscheinlich denkst: „Das klappt nie im Leben.“ Und am Ende wirst Du den Rennsteig bezwungen haben. Gut gemacht! 🙂

  5. wo nehmt ihr nur die Zeit her so lange Berichte zu schreiben?? 🙂 Aber dieser ist dir gelungen und deine Leistung verdient Respekt. Für den Rennsteig bist du gerüstet auch wenn dort ein paar klitzekleine Berge mit Höhenmetern dazu kommen. Schönes Wochenende wünsche ich dir.
    Frank

  6. Danke Frank für die zugegeben dringend nötige Motivation. Denn wenn ich auch in diesem Jahr schon mehrmals deutlich über 40km gelaufen bin und diese Streckenlänge mir nichts mehr ausmacht, kann ich eben in keinster Weise abschätzen was mich in Eisenach erwarten wird. Ich freue mich aber trotzdem oder besser gerade deswegen sehr auf dieses Wochenende und hoffe diese Woche noch mal mit mittellangen Läufen unterstützend nutzen zu können bevor es dann nächste Woche auf geht zum Rennsteig

  7. Wiedermal typisch ich… auf allen Blogs erscheint mein neues Gravatarpic, nur auf meinem eigenen nicht…
    Ich hasse Technik!!!


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